Auswahl, Quellengrundlage und Vorgehensweise

Die Auswahl der Städte

Im Zuge der Dokumentation der Mitglieder der Gemeinderäte wurden ursprünglich 20 Städte ins Auge gefasst. Das Kriterium der Auswahl dieser Städte war die Einwohnergröße, wobei vom 2022 bestehenden Zustand ausgegangen wurde. Andernfalls wären die historischen Umstände zu rekonstruieren gewesen, was aus verschiedenen Gründen, nicht zuletzt unter den unmittelbaren Nachkriegsbedingungen, sehr aufwendig gewesen wäre. Die ausgewählten Kommunen, die sich nach gegenwärtiger Definition auf kreisfreie, große kreisfreie und große kreisangehörige Städte verteilen, existierten damals wie heute. Die einzige Ausnahme bildet Bad Neuenahr-Ahrweiler, das erst 1969 im Zuge der Landesverwaltungsreform zusammengelegt wurde. Beide Hauptorte wurden daher hier separat behandelt.

Die Wahlen

Im Sinne einer integrativen Betrachtung der unteren Repräsentationsebene wäre eine Erfassung von Kommunal- und Landkreiswahlen eigentlich wünschenswert gewesen, doch musste hierauf im Interesse der Machbarkeit des Projekts verzichtet werden. Wichtig bei der administrativen Orientierung ist der Umstand, dass einzelne Städte, so sie nicht kreisfrei waren, Verwaltungssitze und teils auch Namensgeber von Kreisen waren. Doch auch in diesen Fällen wurden stets nur die stadtbezogenen Wahlergebnisse genannt. Die konsequente Beschränkung auf die Kommunalwahlen ist zudem auf die Gesamtergebnisse der Kommunen bezogen, so dass differenzierende Aussagen über Stadtteile/Wahlkreise nicht möglich waren. Die fünf Wahlen entfielen auf die folgenden Daten: 15.9.1946, 14.11.1948; 9.11.1952; 11.11.1956; 23.10.1960.

Überlieferungen von Gemeindewahlakten im Stadtarchiv Trier, aus: Stadtarchiv Trier.

Quellen und Referenzen

Hinsichtlich der numerischen Wahlergebnisse (prozentuale Anteile der Parteien und Sitze) wurden in der Regel die amtlichen Veröffentlichungen des Statistischen Landesamts Rheinland-Pfalz herangezogen. Etwaige Abweichungen gegenüber den lokalen Überlieferungen wurden an der betreffenden Stelle angemerkt. In den gedruckten Statistiken werden Mandatsträger nicht genannt. Daher wurden ihre Namen aus Überlieferungen städtischer Provenienz bezogen, die somit den empirischen Kern des Projekts ausmachen. Zu diesem Zweck ergingen ab dem 25.1.2021 Abfragen an die Stadt-, in Ausnahmefällen auch an Kreisarchive. In fast allen Fällen stieß die Anfrage auf große Kooperationsbereitschaft (s. „Beteiligte Archive in Rheinland-Pfalz“).

Die in der Folge zur Verfügung gestellten Informationen gelangten in teils kompilierter Form, teils in Rohfassung an die Bearbeiter. Das heißt, dass stellenweise auf schon aufbereitete und den Vorgaben entsprechende Informationen zurückgegriffen werden konnte, in anderen Fällen die Informationen redaktionsseitig extrahiert wurden.

Die Spanne der Dokumentationsformen erwies sich als sehr breit: Sie reichte von (zeitgenössischen) handschriftlichen Niederschriften bis zum Excel-File. Indes wurde die gedruckte Literatur, sofern insbesondere über die „Rheinland-pfälzische Bibliographie“ ermittelbar und auch beschaffbar, an gebotener Stelle zur Ergänzung und Konsolidierung der Datenbestände herangezogen. Die jeweiligen archivischen Bezugsquellen werden bei den Grundbeiträgen zu den Städten aufgeführt. Auf punktuelle Referenzierungen der Einzelinformationen wurde indes verzichtet, weil hierdurch das Wesentliche gegenüber einer enormen Belegdichte zurückgetreten wäre.

Neben den kommunalen Überlieferungen, die für die Erfassung von Namen unverzichtbar sind, bieten sich als zentrale und autoritative, da amtliche Quellen zur Erfassung der Wahlergebnisse die folgenden Publikationen des Statistischen Landesamts Rheinland-Pfalz:

  • Die Wahlen und Volksabstimmungen in Rheinland-Pfalz in den Jahren 1946/1947, hg. vom Statistischen Landesamt Rheinland-Pfalz, Bad Ems, o. J. [1948].

  • Statistik von Rheinland-Pfalz, hg. vom Statistischen Landesamt Rheinland-Pfalz, Bad Ems:

      • Bd. 24: Kommunalwahlen 9. November 1952 [1952],
      • Bd. 46: Kommunalwahlen am 11. November 1956 [1957],
      • Bd. 87: Kommunalwahlen am 23. Oktober 1960 [1961].

Vgl. dazu die Aufstellung des Statistischen Landesamts Rheinland-Pfalz, Publikationen, Teil B, Statistische Bände. Die Wahlen des Jahres 1948 sind in dieser Reihe nicht separat dokumentiert, werden aber in der Aufstellung für 1952 abgebildet. Gegenüber den online einsehbaren Ergebnissen der älteren Kommunalwahlen 1948 bis 2009 auf der Website des Landeswahlleiters Rheinland-Pfalz ist einzuwenden, dass dort die Stadt- und Landkreiswahlen vermengt, zudem die Wahlergebnisse der KPD nicht ausgewiesen werden.

Besonderheiten der Datenaufnahme

Die formale Disparität schlug sich auch in inhaltlicher Hinsicht insofern nieder, als sich die Breite und Vollständigkeit der Informationen vielfach unterschied. Relevante Personeninformationen wie Lebensdaten und Angabe des Berufs wurden zwar übernommen, konnten aber dort, wo sie nicht mitgeliefert wurden, nicht im Nachhinein durch redaktionsseitige Recherchen ergänzt werden. Angesichts von Hunderten von Personensätzen, die selbst in den kleineren Kommunen über fünf Wahlen hinweg zusammenkamen, wäre dies nicht leistbar gewesen. Diesbezügliche Ergänzungen müssen späteren Initiativen überlassen bleiben.

 

Verfasser: Stephan Laux (Stand: 27.7.2023)